Edling - Forsting - Steinhöring - Ebersberg - Eglharting - Grasbrunn - Wandern so lange der Urlaub reicht

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Jetzt sind wir wieder unterwegs :-) Jakobsweg von Edling nach Mötz

Christa`s Herzstillstand hat momentan unsere Welt verändert. Reha beantragt, aber wegen Corona, der Termin in weiter Ferne. Angstzustände und Psychische Störungen, Schmerzen am ganzen Körper und keinerlei Kraft erschweren den Alltag. 50 Meter gehen, gleicht am Anfang einem Marathonlauf. Aber Christa beißt sich durch die harte Zeit. Ich sagte einmal zu Ihr, Du erinnerst mich an ein Kätzchen. Denn die Kreise wo Sie sich immer mehr zutraut, werden langsam aber stetig immer größer. Nach der Rehe waren es dann schon 5 Kilometer am Tag.

Dann die Frage, wie werden wir wohl dieses Jahr unseren“Urlaub“ gestalten? Radfahren, oder doch wieder wandern. Letzteres würde Christa bevorzugen. Dabei stellt sich natürlich die Frage nach der Belastbarkeit und Ausdauer.
Und auch was, wo und wann wir gehen. Unsere Devise: nicht wie Weit ist wichtig, sondern die Freude am miteinander Gehen.


Die Strecken sollten nicht zu lange sein, also brauchen wir eine gute Infrastruktur. Deutschland empfliehlt sich natürlich besonders. Als Möglichkeiten erwägen wir den Goldsteig“Südroute“, den Hildegard von Bingen Weg, den Jakobsweg von zuhause über Kufstein nach Innsbruck und zuguterletzt, den Jakobsweg Isar – Loisach – Leutascher Ache – Inn. Der beginnt beim Kloster Schäftlarn und gefällt uns mit seiner Aufteilung von relativ kleinen Etappen.

Natürlich wollen wir von zuhause weggehen und suchen so eine Route bis zum Kloster Schäftlarn. Den Jakobsweg über Tuntenhausen sind wir schon gegangen, ebenso eine Route über Grafing, Glonn und Aying. Den Radlweg Inn – Isar haben wir bei der „Traumtour“ München – Venedig beschritten.

Wir beschließen wieder in Richtung München zu starten, da können wir die Bahn nützen um wieder nach Hause zurückzukehren und nicht schon in der Nähe übernachten zu müssen. Ca 8 Kilometer planen wir für die einzelnen Strecken ein. Es gilt Stresssituationen so gut wie möglich zu vermeiden.

01  Edling - Forsting  09,0 km  043 ^ 043


Der Ausflug zu einer Bekannten nach Kulmbach fällt leider krankheitsbedingt ihrerseits aus, so starten wir heute unsere erste Etappe Richtung Schäftlarn. Die Sonne lacht vom Himmel, ein eisiger Ostwind aber läßt mich sogar Handschuhe und Stirnband einpacken, die ich auch bald benütze. Bevor wir in die Raiffeisenstraße einbiegen treffen wir noch Annemarie. Sie weis von unseren Wanderreisen und will natürlich wissen, was wir diesmal vorhaben.

Von Christas Malheur im letzten Jahr wusste sie noch nichts und war dementsprechend geschockt. „Nur nicht unterkriegen lassen“, ist auch ihre Devise und „nicht das wie weit und schnell zählt, sondern die Freude und der Genuss an der Sache“. Da hat sie recht.

Am Bahnhof entlang, über die Eisenbahnbrücke weiter nach Bienenhausen und dort in den Wald. Selbst da findet der kalte Wind immer wieder mal Lücken um durchzublasen. Das Bahngleis überquert und über Felling (der schattige Sitzplatz bei einem Wegkreuz läßt uns nicht besonders lange verweilen) und Unterhub nach Brandstätt (Schloss). Wir staunen, diesen Weg kennen wir ja noch gar nicht, obwohl er so nah unserer Heimat ist.


Nochmal die Bahn überquert und hinein in den Wald wo wir aus Mangel an Sitzbänken auf großen Baumstümpen Platz nehmen und unsere Brotzeit verzehren, einigermaßen windgeschützt auf einer sonnigen Lichtung.

Die Verbindungsstraße Paffing – Forsting überquert, vom Hof Buchleiten weiter Richtung Nodern, nähern wir uns später Forsting von der Südseite. Hier sind also die Sportplätze von Forsting stelle ich dabei fest. Hinter den Brauereigebäuden vorbei, haben wir bald den Bahnhof erreicht.

Tiket für je 1,80 Euro bezahlt, der Zug läßt nicht lange auf sich warten und bringt uns in Richtung Heimat.
Obwohl etwas weiter, wählen wir den Weg vom Edlinger Bahnhof über den Sportplatz und treffen später auf einen alten Bekannten der seinen Zivildienst in meiner früheren Arbeitsstätte geleistet hat. Das hat mich sehr gefreut. Fazit von diesem Tag; es hat wunderbar geklappt, neue Wege in unserer nächsten Nähe, Blumen, Sonne, kalter Wind, blauer Himmel, blühende Bäume und das frische Grün der Wiesen. Herrlich!

02  Montag   Forsting - Steinhöring  08,5 km  070 ^ 060

Fahren mit dem Auto nach Steinhöring und von dort mit dem Zug nach Forsting. So haben wir bei der Ankunft in Steinhöring keine Wartezeit. Wie gestern schon strahlt die Sonne vom Himmel und täuscht damit wärmere Temperaturen vor. Besonders im Schatten und wo der eisige Ostwind hin kann, ist es kalt.

Gehen zur Forstinger Gaststätte und treffen dort Chrsitine, eine Bekannte die gerade einen Coronatest macht. Wir begleiten sie bis Springelbach wo sie wohnt und ziehen dann weiter nach Pardieß und Giglberg. Dazwischen nützen wir die erste Bank bei einem Feldkreuz für eine Pause. Die großen Bäume verdecken die Sonne, es ist „schattig“. So an die 6- 7 Feldhasen springen vergnügt in den Wiesen vor uns herum, sehr schön und amüsant ihnen zuzusehen. Hinter Giglberg öffnet sich der Blick nach Dichtlmühle und Dichtlmoos, die Ebrach mäandert gemütlich durch die Wiesen, Rapsfelder leuchten.

Nach diesen Orten  entscheiden wir uns über Endorf in Richtung Etzenberg hoch zu gehen. Und bereuen es nicht, ein wunderbarer Ausblick vom Feldkreuz mit Pausenbank.

„Wer zieht jetzt da wen“? fragen wir eine Jugendliche die mit einem E-bike fährt und ein Pferd an der Leine führt. „Wir wechseln uns ab“, meint sie schnippisch. Wir tauchen in schönen Wald ein und gelangen bald nach dem „Weiler“ „Bachkramer“ zum Maximiliansee. Bei den Bänken oben herum zieht es uns zu stark, so wählen wir als Sitzplatz eine hölzerne Plattform, auf der wir uns später noch richtig ausstrecken. Tut das gut.

Der Kinderspielplatz in der Nähe ist ganz gut frequentiert, jetzt um 13:30 Uhr kommen immer mehr Leute. Den Bahnhof erreichen wir in einer knappen halben Stunde, Kaffee und Kuchen gönnen wir uns Zuhause.

03  Dienstag Steinhöring - Ebersberg  11,0 km  120 ^ 080

Wie gestern schon bringen wir unser Fahrzeug in „Stellung“. Gehen zum Zentrum und besichtigen die Kirche. Nach dem Grottenweg lassen wir Steinhöring hinter uns, gehen weiter zur Berger Lacke.

Wählen das falsche Seeufer und müssen somit zwei Gräben überqueren um wieder auf die Straße zu kommen. Als High Light soll sich bei Berg eine Grotte mit Madonna befinden, wenn wir schon in dieser Gegend sind, wollen wir sie auch sehen.

Gehen und gehen, gerade denk ich mir, „wo ist sie denn?“ mal auf der Wanderapp nachgucken. Ein Blick nach links, bald wären wir vorbeigelaufen. „Salzburg“ steht auf dem Wegweiser, wir müssen lachen, haben wir uns soweit verlaufen? Folgen der kleinen Teerstraße, es geht immer etwas bergauf, in beschaulicher Gegend.

Bei Sigersdorf steht an einen Schuppen gelehnt eine ausrangierte, aber noch durchaus funktionale Sitzbank. Die kommt gerade recht, noch dazu windgeschützt. Eine erste kleine Brotzeit. Bei Westerndorf verlassen wir das Teersträßchen, später zweigt aus der folgenden Schotterstraße ein Wald- und Wiesenweg ab, der macht noch mehr Spaß.

Wir überqueren die Hohenlindener Straße und erreichen bald die „Weisse Madonna“ die auf einem großen abgeschnittenen Baumstumpf trohnt.

Die Straße führt weiter zum Ebersberger Autohaus, haben wir bisher kaum Leute gesehen oder getroffen, pulsiert hier das Leben. Sind froh das Getümmel bald hinter uns lassen zu können, hatten uns noch eine Bank zum ausruhen gewünscht. War leider nichts. Schon bald als wir im Wald in Richtung Ebersberger Aussichtsturm verschwinden, halte ich Ausschau nach Baumstümpfen, Christa braucht dringend eine Pause. Diese 10 Minuten haben gut getan. Zum Turm ist es zwar nicht mehr weit, aber es geht stetig hinauf. Oben angekommen eine Menge Menschen, es ist eine größere zusammengehörige lärmende Gruppe. Nach 5 Minuten machen sie sich auf den Abstieg und der Turm und die Bänke gehören uns allein.

Die Aussicht heute etwas trübe, aber trotzdem schön, so über die Wiesen, Wälder, Dörfer und Stadt blicken zu können. Über die Heldenallee (Die ganze Allee entlang sind Namen von gefallenen Soldaten des 2. Weltkrieges angebracht) gelangen wir zurück zum Bahnhof in Ebersberg. Vom Bäcker wird noch Kuchen mitgenommen.

04   Mittwoch Ebersberg -  Eglharting  11,5 km  080 ^ 070
   

Es ist schon 11:30 Uhr als wir heute loskommen, finden erst spät einen Parkplatz in Eglharting. Unsere heutige Brotzeit kaufen wir in der Bäckerei in Ebersberg, frische leckere Brezen. Dann machen wir uns auf zum malerischen Klostersee, hier zu gehen ist immer wieder ein Gedicht. Das wissen natürlich auch andere Leute. Ich erkunde noch den Weg auf der linken Seeseite (Richtung Egglsee), das ist ein kleines schmales Steiglein. Die Dotterblumen begeistern mich, überhaupt die Kombination von Wald, Wasser, Blumen und der blaue Himmel der sich im Wasser spiegelt.     

Am Egglsee angekommen nützen wir eine Bank zur ersten Pause, haben ein wenig Hunger. Kunststück, es ist schon nach Mittag. Gehen am Ort Egglsee vorbei in Richtung Vorderegglburg, der Kirche rechts oben auf dem Berg statten wir keinen Besuch ab, die kennen wir schon. Im Ort Forstseeon sehe ich ein Jakobszeichen an einer Hausmauer, die/der Besitzer sind diesen Pilgerweg wohl schon mal gegangen. Das weckt wieder schöne Erinnerungen. Bald darauf laufen wir auf dem „Würmsee – Inntal Weitwanderweg“. Ein wunderbarer Pfad durch den Wald hindurch mit ein paar leichten auf und ab`s.

Neben der Lichtung die wir später erreichen sind junge Leute dabei einen Dirtpark (Anlage für Sprünge mit dem Radl) auf Vordermann zu bringen. Wir machen es uns auf einer Bank bequem und lassen uns von der Sonne wärmen. Am Friedhof von Kirchseeon vorbei zieht sich eine Schotterstraße bis zum S-Bahn Bahnhof Eglharting. Immer im schattigen Wald, von der langen Siedlung die man von der Straße her kennt, ist dabei nichts zu sehen.

Die Strecke heute war ein bischen länger, aber ganz gut zu bewältigen. Abwechslungsreiche Landschaft, viele Pausen und schöne Pfade tun ein übriges, um Anstrengungen leichter auszuhalten.

05  Donnerstag Eglharting - Grasbrunn  11,5 km  030 ^ 040

4 Tage waren wir nun unterwegs, der Entschluss steht fest, noch 2 Tage dranzuhängen. Es macht Sinn für heute eine Übernachtung zu suchen. Von Grasbrunn, oder Putzbrunn ist eine Heimfahrt schwieriger. Einer dieser Orte ist das Ziel für heute, am nächsten Tag ist dann der Bahnhof in Taufkirchen zu erreichen. Also ab zum Bahnhof und nach Eglharting gefahren, um 10:30 Uhr kann die Wanderung beginnen.
Erst einmal geht es an der lärmenden Bundesstraße entlang, wo die Umgehengsstraße von Zorneding abzweigt wird es ruhiger.

Bei der Einfahrt nach „Am Daxenberg“ nützen wir die erste Bank für eine Pause, nicht wissend, dass 100 Meter weiter eine wesentlich schönere auf uns gewartet hätte. Ruhiger und optimal der Sonne ausgerichtet die uns heute wieder wärmt. Der Wind ist nicht mehr so stark wie die Tage vorher, aber immer noch kalt. Statten der Kirche von Zorneding einen Besuch ab und gelangen dann endlich auf freies Feld. Die Bundesstaße unterqueren wir, auf der anderen Seite führt tatsächlich ein Pfad in den Wald. Bei einer Lake ein idealer Pausenplatz, denken wir. Stellen aber bald fest, das die provisorische Bank im Besitz von Ameisen ist.

Christa will schon weiter, bzw. sich auf den flachen Boden setzen. Ich erkunde die nähere Gegend und finde Teile um selbst eine „Behelfsbank“ bauen zu können. Da sitzt es sich doch wesentlich besser.

Laufen weiter durch den Wald auf weichem Untergrund, Nadelwald wechselt immer wieder mit kleinen Flächen Laubwald. Da ist es immer ein bischen heller. Schließlich erreichen wir den Waldrand, der Untergrund wird schotteriger, links vor uns wird eine Kirche oder Kloster sichtbar. Es ist Möschenfeld. Weiter vorne sind einige Sitzbänke zu sehen, bevor wir diese erreichen spricht uns ein Ehepaar an, welches mit ihren Rädern da ist. „Nein das ist kein E-bike“, erklärt die 80 jährige Frau, die noch sehr rüstig ist.

Wir sprechen über den „Traumpfad“ München Venedig, den die beiden auch schon gegangen sind und noch viel mehr. Einfach schön auf Leute zu treffen, die ähnliche Interessen haben wie wir. Schnurstracks weiter auf Feldstraßen durch Wiesen, Flur und Wald, da taucht auch schon Grasbrunn vor uns auf. Wir peilen die Dorfmitte an und stehen bald darauf vor der Gaststätte Grasbrunner Hof. Es sieht dunkel aus, Kunststück; an der Tür der Hinweis, Donnerstag Ruhetag. Setzen uns in den nahen Park und wählen die Nummer der Pension Lindenhof an.

Haben Glück, es meldet sich jemand. „Ca. 600 Meter müßt ihr gehen, bis ihr das Haus erreicht habt. Bis dahin teile ich euch die Codenummern der Eingangstür und Zimmertür mit“, sagt die gute Frau. So ist es dann auch, das Haus liegt etwas ausserhalb des Ortes.
Ein schönes Zimmer, wir fühlen uns wohl. Später teilt uns die Hausherrin noch mit, das der Biohof bis 19:00 Uhr geöffnet hat und man dort auch etwas essen kann. Sonst gibt es keine Gaststätte in Grasbrunn. Trinken dort dann Kaffee und verzehren warme Leberkässemmeln.

 
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